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Milchdoku

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Hier habe ich mir überlegt - könnte ich ja eigentlich mal - allen die es interessiert und die es nicht wissen, zeigen, was mit der guten Milch eigentlich passiert - bevor sie auf Euerem Frühstückstisch landet...

Bevor eine Kuh besamt werden kann - muss sie erstmal stierig sein. Der Zyklus der Kuh dauert durchschnittlich 21 Tage. - Was dabei passiert...
Zuerst reift auf dem Einerstock, der kirsch- bis walnußgroß ist, ein Follikel (ein Eibläschen in dem sich das Ei befindet). Von diesem Follikel wird das Hormon Östrogen produziert, das die Brunst auslöst. Außerdem lässt es die Gebärmutterschleimhaut an Dicke zunehmen, die äußeren Geschlechtsteile anschwellen und den Muttermund sich weiten und einen klaren, dünnflüssigen Schleim produzieren. Ist also die Brunst voll im Gange ist das Ei noch garnicht auf dem Weg. Dann folgt der Eisprung. Das Eibläschen platzt, das Ei fällt in den Trichter des Eileiters und wandert durch Kontraktionsbewegungen des Eileiters abwärts. Die Stelle an der das Eibläschen saß - vernabt. An dieser Stelle bildet sich der Gelbkörper. Dies ist ein gelbes Gewebe mit der Funktion, das Hormon Progesteron zu bilden - dieses verhindert die Reifung neuer Eier. Der Gelbkörper hält jedoch nur eine gewisse Zeit. Bald bildet er sich zurück, mit ihm auch die Gebärmutterschleimhaut und es reift ein neuer Follikel. Etwa drei Tage nach dem Eisprung sieht man an der Scheide etwas Blut - es zeigt, dass der Eisprung stattgefunden hat.

Man erkennt das Stierigsein der Kuh daran, dass sie mit großen Augen allem hinterhergafft was sich so bewegt, sie ihren unmittelbaren Artgenossinnen nah sein möchte (diese leckt oder den Kopf bei ihnen auflegt), sie weniger frisst, die Milch zurückhält,sie klaren, zähen Schleim absondert und auf der Weide andere auf sie aufspringen während die stierige Kuh stehenbleibt bzw. die stierige Kuh auf eine andere aufspringt.

Lotte und Tilli - erste Annäherungsversuche Lotte versucht die nervende Tilli wegzuschubsen... Tilli jedoch täuscht den Deckakt vor
Beate nähert sich von hinten an... drückt Tilli den Kopf auf den Rücken springt schließlich auf sie und täuscht einige Friktionsbewegungen vor, Tilli bleibt dabei stehen... und Elli guckt mal was da los ist


Hier beginnt es also: bei "der Liebe im Stall" - garnicht erotisch - die Besamung einer Kuh...

Was dabei passiert - hat eine Besamung stattgefunden wird der Samen unter dem Einfluß des Östrogens durch langsame, wellenförmige Kontraktionen der Gebärmutter zum Eileiter transportiert. Dabei macht auch der Eileiter im unteren Teil solche Bewegungen aufwärts, sodass sich Ei und Sperma im Eileiter treffen und zwar da wo die Wellenbewegungen zusammentreffen. Der Gelbkörper bildet sich beim Rind nach erfolgter Besamnung nicht zurück, sondern verhindert, dass neue Follikel während der Trächtigkeit reifen. Er bildet ständig Progesteron und beeinflusst damit gleichzeitig das Milchbildungshormon, welches dann langsam aber sicher versiegt. Somit wird die Milchleistung während der fortschreitenden Trächtigkeit negativ beeinflusst.

Live dabei - Dr. Michael Buhmann´s Besamung eines Rindes!

die Samenportionen werden bei Minus 196 ° C in flüssigem Stickstoff aufbewahrt im warmen Wasser dann werden die Kerle wieder zu Leben erweckt... geköpft und in die Pipette aufgezogen transportieren und warmhalten :-) mal nach dem Weg tasten und nun folgt der Sprung des Stieres danach dann die Dokumentation auf der Besamungskarte mit welchem Stier die Kuh besamt wurde


Das ist also der Anfang allen "kuhlen" Lebens...
Weiter geht es mit der Trächtigkeit - die in der Regel 278 Tage (9 Monate)dauert. Erste Anzeichen, die auf die kurz bevorstehende Geburt hinweisen gibt es natürlich auch... z. B. dass die Beckenbänder der Kuh sich lockern, die Kuh aufeutert, vermehrt Schleim abstößt...
Und eines morgens - kommt man in den Stall und siehe da - ein kleines Kälbchen blickt einem mit grossen Augen entgegen...

die Lutscherin

Nachdem man es dann in seine Box transportiert hat... bekommt es Kolostralmilch (die nach dem Kalben erstgemolkene Milch) der Mutterkuh... naja, meistens "schiesst" diese schon vor der Geburt ein und tropft aus den Strichen des Euters...

Zur grossen Freude der Katzen, wie man sieht:

die Milchbar


5 Tage lang - ab Geburt des Kälbchens gibt es dann "Muttermilch..." da man die Kuh in dieser Zeit nicht in den Milchtank zumelken darf... dies darf man erst nach 5 Tagen und wenn die Milch wieder ganz weiss ist (gleich nach der Geburt ist die Milch oft rötlich oder dunkelgelb und oben auf schwimmt meist eine gelbe Fettschicht - die man selbst besonders merkt, wenn man den Finger reintunkt und dann die Milch zwischen zweien reibt).

Ab dem 6. Tag bekommt das Kälbchen dann Milchpulver (MAT - Milchaustauscher), das lebenswichtige Vitamine und Mineralien enthält (sieht so pulverig aus wie Säuglingsnahrung, riecht auch so süsslich und schmeckt wie Milch). Zwei bis drei Tage nach seiner Geburt wird dem Kalb auch Heu angeboten - an dem es dann zumeist interessiert rumknabbert.Und nach ca. 6 Wochen gibt es - je nach Jahreszeit - auch Silage oder Gras.

Was noch wichtig ist, ist das Kalb innerhalb einer Woche zu "Ohrmarken" und es an die Rinderdatenbank zu melden.

Wurde dann aus dem Kalb ein Rind - kommt es im Alter von ca. einem Jahr zum ersten mal auf die Rinderweide und darf den ganzen Tag mit dem Fressen von frischem Gras, rumchillen, schlafen, Freundinnen ärgern... verbringen.

Fortan wächst und gedeiht es, macht Bocksprünge, ist auch mal motzig, auch mal verschmust und im Alter von ca. 1 1/2 Jahren... kommt dann der liebe Tierarzt wieder und... aus dem Rind bzw. der Färse (dies ist ein erstmals abkalbendes Rind) wird 9 Monate später eine Kuh...

Was die Milch angeht - wird eine Kuh zweimal am Tag gemolken - der Abstand zwischen diesen beiden Melkzeiten sollte im Idealfall 12 Stunden betragen.

Die Kühe, die hier grasen hatten an dem Tag der Aufnahme zum ersten mal in diesem Jahr Weidegang... das ist immer so Anfang Mai
Auslauf auf der Kuhwiese


Während des Melkens läuft die Milch dabei durch die Rohre der Melkmaschine in den Milchtank - dieser hier fasst 1000 Liter...

in der Milchkammer der Milchtank

Sie wird alle zwei Tage von der Molkerei - bei uns ist das Hochwald - abgeholt und nach Thalfang gebracht, wo sie dann weiterverarbeitet wird und somit leckerer Käse, Joghi und andere Milchprodukte entstehen.


Werbekuh Karla Kuhl Technik des Milchautos
Hochwald in Thalfang Hauptgebäude Milchanlieferungsstelle Waschanlage für Milchautos


Mehr unter:
www.hochwald.de



Nach Abholung der Milch muss der Milchtank gründlich mit alkalischem Spülmittel gespült werden...

Jochen beim Milchtank spülen



Natürlich könnt Ihr die Landwirte auch direkt und vorallem fair untersützen und auch Produkte direkt vom Landwirt erwerben! Diese sind nicht nur frisch und sehr vollmundig im Geschmack sondern Ihr helft dem Landwirt und wirkt der heutigen Nachfragewelle nach Billigprodukten (z. B. Milch beim Lebensmitteldiscounter - 1 Liter - für 0,33 Euro - dieser Preis liegt EINEN Cent über dem Erzeugerpreis! Stand: Juni 2005!) entgegen. Außerdem könnt Ihr Euch sicherlich auf seinem Hof auch etwas umsehen und Euch ein Bild davon machen wo die Lebensmittel, die Ihr tagtäglich so zu Euch nehmt *hergestellt* werden, wie die Tiere gehalten werden usw. UND Euch werden kompetent Eure Fragen beantwortet, Ihr erfahrt im positiven Sinne Dinge, die Ihr nie gedacht hättet!
Besonders empfehlen kann ich da:


www.dottenfelderhof.de
(Hier findet ihr alles rund um ökologisch-dynamische Landwirtschaft! Dazu auch Infos unter:

www.demeter.de

Oder auch:
www.lehnmuehle.de

Wie es in einer echten Hofkäserei so aussieht und wie dort der Käse hergestellt wird, könnt Ihr Euch unter der Rubrik Hoffeste anschauen!

So, am Ende der Milchdoku angelangt seht Ihr noch ein paar Pics... vom Leben Jochens glücklicher Milchmädchen...

Weitere interessante Infos rund um die Milch gibt´s hier:

Milchbestandteile Milchgeschichte Milchverarbeitung heute
...


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